Tagebuch
27.06.10   
Ihr könnt nach Hause fahren!

Der letzte stadionbesuchsfreie Tag ist auch gleichzeitig der drittletzte der Tour. Wir packen unsere Sachen zusammen und müssen feststellen, dass wir die 20 Kilo Freigepäck pro Person plus 6 Kilo Handgepäck niemals einhalten können. Also werden nochmals Sachen aussortiert und verschenkt, Taschen umgepackt und Gewichte umverteilt. Mit ein wenig Tricksen sollte es letztendlich klappen. Während sich unsere Unterkunft langsam füllt und immer mehr Fans ankommen, geht es für uns in die letzte Runde. Uns wird noch ein weiteres Highlight geboten: Wir schauen zusammen mit Oliver und seinen Freunden das Spiel der südafrikanischen Bafana Bafana gegen Frankreich. Die Stimmung ist riesig, auch wenn es am Ende nicht ganz reicht. 2 Tore fehlten, erstmals scheidet der WM-Gastgeber in der Vorrunde aus. Der Stimmung in dem Land wird dies sicherlich keinen Abbruch geben. Abends besucht uns noch Lawrence, der beinahe an der Tour teilgenommen hätte, nun aber ebenfalls bei der WM fürs ZDF arbeitet und ebenfalls sehr froh ist, dass wir heile in Südafrika angekommen sind.

 
22.06.10   
Favoritensiege durch Brasilien und Spanien

Der Flug mit 1time ist besser als zunächst erwartet. Wie kann man eine Airline nur so nennen? Sicher und mit schmerzenden Knie dank fehlender Beinfreiheit landen wir nach 90 Minuten Flug in Johannesburg, wo uns unser Host Oliver freudig zurückerwartet. Wir sind ohne Probleme mit unserem Gepäck durch den Checkin gekommen, jetzt warten nur noch ein paar Klamotten in der Unterkunft, wahrscheinlich müssen wir dort doch noch ein wenig aussortieren. Der Nachmittag nach der Rückkehr ist entspannt, 3 Spiele auf der Leinwand und abends entpuppt sich Oliver wieder als Meister des Straußensteaks. Nur die Temperatur ist wieder gewöhnungsbedürftig, inzwischen friert es nachts.

 
19.06.10   
Vom Regen in die Traufe: Deutschland - Serbien

Nach dem enttäuschenden ersten Spiel in Port Elizabeth Portugal - Elfenbeinküste und dem anhaltenden Schmuddelwetter haben wir 2 Tage fast frei und können endlich mal wieder relaxen. Kein Rumgefahre, kein Stadionbesuch, keine Pressetermine. Wir brunchen in einem Cafe und bringen anschließend David von SPORT BILD zum Flughafen. Die letzten Tipps für die nächsten Spiele werden ausgetauscht und dann geht es für ihn zurück Richtung Deutschland. Nun sind wir nur noch zu zweit und haben noch gut eine Woche mit 4 Spielen vor uns, bevor auch wir uns auf die Rückreise machen. Der Versuch nachmittags endlich shoppen zu gehen fällt aus, da irgendein Feiertag ist und die Läden geschlossen sind. Also verbringen wir den Tag vor dem Fernseher und betrachten die potenziellen Viertelfinalgegner der Deutschen.

 
16.06.10   
Highlights pur. Außer Portugal - Elfenbeinküste

Am Morgen nach dem glorreichen Auftaktmatch gegen Australien sagen wir "Auf Wiedersehen" zu 2 unserer Autos und 2 weiteren Mitfahrern. Andrzej und Andrzej sind von Johannesburg nach Durban mitgekommen, um die Fahrzeuge von hier in einem Container die Rückreise nach Hamburg antreten zu lassen. Im Hamburger Hafen schließt sich dann der Kreis, Start und Ende der road to south africa ist das Tor zur Welt. Etwa 4 Wochen wird es dauern, bis das Schiff in Deutschland ankommt, wir wählen den schnelleren Weg mit dem Flieger. Nachdem die Fahrzeuge also feierlich eingepackt werden, verabschieden wir uns von unseren Mechanikern, die auf der Reise wirklich einen sehr ordentlichen und überaus wichtigen Job gemacht haben. Ohne sie würden wir wahrscheinlich immernoch im Schlamm des Kongo stecken. Weiter geht es zu dritt Richtung Port Elizabeth, wo das deutsche Team als nächstes gegen Serbien antreten wird.

 
14.06.10   
Auftakt nach Maß: Deutschland - Australien

Durban empfängt uns mit sommerlichen Temperaturen. Mussten wir in Johannesburg noch mit 2 Hosen und dicker Jacke ins Stadion gehen, reicht hier dank Meeresnähe ein Shirt. Unsere Unterkunft ist schnell gefunden, wir teilen uns die Herberge mit Australiern und ein paar Deutschen, die uns freudig empfangen. Schon 4 Stunden vor Anpfiff fahren wir mit dem Taxi Richtung Arena. Eigentlich wollte wir noch Ghana gegen Serbien in einer Kneipe oder auf einer Leinwand sehen, aber das Gelände ist noch nicht geöffnet. Erst eine Viertelstunde vor Spielende dürfen wir rein und nehmen vor der Leinwand Platz. Leider zeigt sich auch hier wieder einmal die mangelhafte Organisation im Stadionumfeld. Es gibt einen halben Kilometer ums Stadion weder etwas zu essen noch etwas zu trinken. Kein Wegbier, keine Wurstbude, keine Fanartikelverkäufer. Aus unserer Sicht etwas zu viel der Regelungswut.

 
13.06.10   
Weltstars in Aktion: Argentinien - Nigeria

Heute morgen heißt es Abschied nehmen. Ein Großteil unserer Gruppe tritt den Heimweg nach Deutschland an. Für Reiseführer Oliver, seine Frau Grazyna, seinen Bruder Peter, die beiden Gewinner Thomas und Laura sowie Alicja und Philip ist die Tour einen Tag nach dem Eröffnungsspiel beendet und es geht mit dem Flieger zurück nach Deutschland. Nach der Abschiedszeremonie geht es für uns nach Sandton, wo wir endlich unsere Tickets für die weiteren Spiele abholen müssen. Schnell finden wir das Ticketcenter, nur 15 Minuten Fahrt von unserer Unterkunft entfernt: Einfach der Masse folgen. Vor dem Gebäude bildet sich bereits eine lange Schlange, Fans aus unterschiedlichen Ländern haben scheinbar den gleichen Plan wie wir. Leider ist auch diesmal die Organisation etwas fragwürdig. Es gibt nur eine Schlange für sämtliche Anliegen, also stehen die Kaufinteressenten mit den Abholern und den Problemfällen hintereinander und müssen alle warten. Nach gut einer Stunde betreten wir endlich das Gebäude, doch auch drinnen ist es nicht besser. Automaten funktionieren nicht, Schalter sind unbesetzt und viele stellen sich statt in der Schlange einfach direkt vorne an. FIFA-Bürokratie und afrikanisches Durcheinander finden nicht zueinander. Nach fast 2,5 Stunden haben wir endlich unsere Karten, die natürlich längst bezahlt sind und eigentlich nur ausgedruckt werden mussten. Der geplante Einkauf von Fanartikeln fällt aufgrund von Zeitmangel wieder flach.

 
11.06.10   
Eröffnungsspiel Südafrika - Mexiko

Jeder hat uns gewarnt: "Fahrt mindestens 4 Stunden vor Spielbeginn los, wenn ihr rechtzeitig im Stadion sein wollt." Die Verkehrssituation ist tatsächlich erschreckend. Wir machen uns nach einem mit Terminen gefüllten Tag (Fotoshooting mit den Fahrzeugen vor dem Stadion, Interview mit einem einheimischen TV-Team, großartigem Essen mit unserem Kaffeesponsor in Sandtons bekanntestem Restaurant) bereits um halb 10 auf den Weg. Anstoß ist erst um 16 Uhr, allerdings haben wir unsere Tickets noch nicht und wollen auf keinen Fall das Spiel im Radio erleben.

Zunächst geht es einige Kilometer raus aus der Großstadt zu der Unterkunft unseres Sponsors Continental. Nach einer Stunde Fahrt werden wir freudig empfangen und stehen für einige Pressefotos bereit - darin sind wir inzwischen fast Profis. Dann ist es endlich soweit: Wir bekommen die Eintrittskarten für das Eröffnungsspiel, ein Traum wird wahr. Ebenfalls eingeschlossen ist ein Parkplatz direkt am Stadion, doch bis dahin sollte es noch ein langer Weg werden.

 
09.06.10   
Willkommen in Südafrika

Von Gaborone ist es nur noch einen Katzensprung bis zur Grenze. Die letzten Pula werden an Supermarkt oder Tankstelle ausgegeben und dann sind wir auch schon in Südafrika. Nach 3 europäischen und 16 afrikanischen Ländern haben wir unser Ziel erreicht. Fast 24.000 Kilometer liegen seit Deutschland hinter uns und wir werden vom WM-Gastgeber freudig begrüßt. An fast jeder Laterne hängen Fahnen, Autos sind geschmückt und Schüler auf dem Weg nach Hause haben ihre Vuvuzelas dabei. Diese sind lauter als unsere vom Dschungelschlamm noch leicht gebeutelte Hupe, uns fürchtet es ein wenig vor der Lautstärke im Stadion. Aus vorbei fahrenden Autos winken Menschen, jubeln, hupen und begrüßen uns überaus freundlich im Gastgeberland. Die Welt zu Gast bei Freunden, das ist spürbar.

 
06.06.10   
Entdeckungstouren auf dem Wasser

Wer denkt, in einem luxuriösen Camp könne man endlich mal wieder ausschlafen, der sollte sich täuschen. Um 7 Uhr werden wir sanft geweckt, trotz klirrender Kälte war die Nacht dank mehrerer Decken und bereitgelegter Wärmflasche darunter sehr angenehm. Nach dem Frühstück geht es aufs Wasser, es steht eine Tour mit einem Mokoro an, eine Art Kanu und traditionelles Fortbewegungsmittel der Deltaeinwohner. Durch meterhohe Pflanzen lassen wir uns über den See chauffieren, ständig auf der Hut vor Spinnennetzen und anderen Kleintieren, die den Weg in unser Boot suchen. Vom Wasser aus sieht die Gegend nochmal ganz anders aus. Wir sehen viele Vogelarten und erfahren spannende Dinge über das Delta, die Camps und die "Leberwurstbäume". Nach 2 Stunden und einer kleinen Pause kommen wir rechtzeitig zum Brunch zurück ins Camp. Leider ohne einen Blick auf ein Nilpferd oder ein Krokodil erhaschen zu können, aber dennoch eine sehr erholsame Tour mit vielen Infos von unseren Guides.

 
06.06.10   
Mit dem Flieger zu den wilden Tieren

Nach einem Zwischenstopp in Ghanzi erreichen wir gegen Mittag Maun. Von hier wollen wir ins Okawango Delta, das größte Binnendelta weltweit, starten. Der Okawango River fächert sich hier auf uns versiegt nach und nach in der Kalahri-Wüste. Der Besuch gestaltet sich allerdings schwieriger als zunächst vermutet. Der Wasserstand des Okawango River ist so hoch wie seit 1958 nicht mehr und viele Teile des Deltas sind komplett überflutet. Straßen sind unpassierbar, da das Wasser teilweise bis zu 1,5 Meter hoch steht und zudem viele Abschnitte verschlammt sind. Durchfahrt unmöglich. Uns wird bewusst, dass wir den bisherigen Plan leider nicht einhalten können. Auch den Chope National Park, eigentlich unser nächstes Ziel auf dem Weg Richtung Victoriafälle, können wir dank Hochwasser abhaken. Wir müssen umdenken und haben letztendlich nur 2 Optionen: Auf dem Luftweg ins Okawango Delta fliegen oder auch dieses Highlight verpassen und stattdessen einen langen Umweg zu den Victoriafällen antreten. Wir entscheiden uns für Ersteres und verzichten auf die Wasserfälle. Nicht die günstigste Variante, aber das Delta ist mit seiner Flora und Fauna einfach einmalig auf der Welt, also sollte man sich die Chance eines Besuchs nicht entgehen lassen. Außerdem haben wir uns schon so sehr darauf gefreut.

 
03.06.10   
Von Namibia nach Botswana

Nach 10 Tagen Namibia geht es weiter in Richtung Botswana. Zuerst verlassen wir Solitaire nach fahren zurück nach Windhoek. Die Pisten führen durch schöne Landschaften und wir genießen die gemütliche Fahrt. In Windhoek treffen wir noch ein paar Leute, gehen anschließend für die nächsten Tage Einkaufen und fahren erneut zu Stephan und Sabine, wo wir wieder übernachten. Vorher bereitet uns Stephan ein leckeres Abendessen zu dem wir uns eine gute Flasche Wein gönnen und Abschied von Namibia feiern. Nach den Eindrücken der letzten Wochen ist Namibia nicht mit den anderen afrikanischen Ländern vergleichbar, durch die wir gereist sind. Einerseits freuen wir uns über den Luxus, den Namibia bietet, auf der anderen Seite hat man oft nicht das Gefühl in Afrika zu sein. Einzig unser Besuch in Katutura hat uns wieder daran erinnert, dass wir uns Afrika befinden.

 
01.06.10   
Apfelkuchen in der Wüste

Nach dem Temperatur- und Kulturschock in Swakopmund zieht es uns ins Inland Namibias, Richtung Namib-Naukluft Park, wo wieder ordentliche touristische Highlights und Temperaturen über 20 Grad zu finden sind. Direkt hinter dem Ortsausgang von Swakopmund beginnen die Dünen, eine wirklich erstaunliche Ortsausfahrt. Eben noch in der wirklich sauberen Strandstadt, jetzt mitten in der Wüste. Über die Küstenstraße erreichen wir Walfish Bay, wo Millionen Flamingos im seichten Gewässer ein Bein ins kühle Nass halten. Leider sind die Tiere ziemlich scheu und lassen sich nicht von der Nähe betrachten.

 
29.05.10   
Ostseestimmung am südlichen Wendekreis

Nachdem uns Swakopmund am Abend nach 4 Stunden Fahrt durch die Wüste mit Sandsturm und Temperaturen unter 10 Grad eher ungemütlich empfangen hat, ist es am Morgen schon wieder etwas angenehmer. Der Wind ist verschwunden und in der Sonne kann man fast wieder im T-Shirt rumlaufen. Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Apartment bei den deutschen Gastgebern machen wir uns auf den Weg am Strand entlang um die Kleinstadt zu erkunden. Schon nach wenigen Minuten erkennen wir diverse Übereinstimmungen mit den deutschen Ostseebädern.

 
29.05.10   
Die andere Seite von Windhoek

Nun sind wir den dritten Tag in Windhoek und haben bereits eine ganze Menge erlebt. Allerdings haben wir uns bisher ausschließlich im Stadtzentrum sowie in den weißen Stadtvierteln aufgehalten. Dadurch erinnert Windhoek eher an eine Ortschaft in Spanien als an eine afrikanische Hauptstadt, vor allem im Vergleich zu den Städten, die wir bereits auf unserer Tour besucht haben. Bevor es allerdings weiter geht, begrüßen wir erst mal unsere beiden neuen Mitfahrer Laura und Thomas. Die beiden Glückspilze haben beim SPORT BILD - Gewinnspiel gewonnen und begleiten uns die nächsten zwei Wochen bis Johannesburg. Nun machen wir das Kontrastprogramm zu unseren letzten Tagen und fahren nach Katutura, den Township von Windhoek. Alleine fahren wir allerdings nicht, sondern wir treffen uns mit HSV-Bundesliga-Profi Collin Benjamin, der uns als einheimischer Führer seine Heimat zeigen möchte und zudem für unsere Sicherheit sorgt. Er möchte uns ein paar Eindrücke aus dem Leben im Township zeigen. Wir fahren über die Hans-Dietrich-Genscher-Straße nach Katutura, wo wir zuerst einen kleinen Fußballplatz ansteuern.

 
27.05.10   
Treffen mit Ees beim Charitykick

Die Mail von Ees kommt am Abend zuvor. "Ich bin auf dem Weg nach Windhoek und würde mich freuen, wenn wir uns bei meinem Auftritt im Nationalstadion treffen würden." Wir zögern mit der Zusage keine Sekunde, da wir an der Musik von Ees auf der Tour schon sehr viel Freude gehabt haben und seine Songs sich zudem wunderbar in unseren Videos machen. Natürlich freuen wir uns, den gebürtigen Namibier, der inzwischen in Köln lebt, persönlich kennenzulernen. Erst später stellt sich heraus, dass es gar kein Konzert ist, das wir besuchen, sondern Ees im Rahmen eines Charityfußballspiels auftritt und uns dazu einläd. Für uns die perfekte Mischung.

 
27.05.10   
Schulbesuch in Windhoek

Unsere Suche nach Löwen geht am nächsten Morgen weiter, doch leider wieder erfolglos. Wir sehen immerhin ein paar neue Tiere. Nach 2 Stunden geben wir auf und fahren nach Windhoek in die Haupstadt Namibias, die rund 350 km vom Etosha-Park entfernt liegt. Die Strecke ist leicht zu fahren und wir können uns weiter mit dem noch ungewohnten Linksverkehr anfreunden. Kurz vor Windhoek sehen wir ein kleines Schild zu einer Lodge, die wir gleich ansteuern. Es ist eine von einem deutschen Ehepaar geführt sehr schöne Lodge, die so viel Gemütlichkeit ausstrahlt, dass wir uns gleich wohl fühlen. Zum Abendessen gibt es ein herrliches 3-Gänge-Menü für umgerechnet 16 Euro mit einem leckeren Kudu-Steak zum Hauptgang. So kann man sich in Namibia verlieben. Glücklich und satt geht es ins Bett.

 


Seite 1 von 4