Zentralafrikanische Republik

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Die Zentralafrikanische Republik ist eine der ärmsten Länder der Welt. 67% der knapp 4 Mio. Einwohner haben weniger als 1 US$ pro Tag zur Verfügung, damit rangiert das Land im Human Development Index auf dem viertletzten Platz 179. Auch das Gesundheitswesen ist erschreckend: Nur jede 2. Entbindung kann medizinisch betreut werden, daher sterben 10% der Kinder gleich bei der Geburt. Das Land ist diversen Krankheiten nicht gewachsen, eine Infrastruktur gibt es nur in den wenigen Großstädten.

Bis zu ihrer Unabhängigkeit war das Land unter dem Namen "Ubangi-Schari" zusammen mit Gabun, Tschad und der heutigen Republik Kongo Teil der französischen Kolonie "Französisch-Äquatorialafrika". Nach der Unabhängigkeit schaffte es Zentralafrika politisch nie für komplette Stabilität zu sorgen. Präsidenten wurden durch Rebellenaufstände oder Staatsstreiche gestürzt und ersetzt, was dann aber wiederum nicht lange hielt. 1976 erklärte der damalige Präsident Jean-Bédel Bokassa die Republik kurzerhand zur Monarchie, dem Zentralafrikanischen Kaiserreich, und ließ sich selbst zum Kaiser Bokassa I. ausrufen. Erst 1991 wurden auf internationalen Druck demokratische Parteien wieder zugelassen.

Bereits seit dieser Zeit steht der aktuelle Präsident des Landes François Bozizé politisch im Mittelpunkt. Er verlor zwar zunächst die Präsidentschaftswahl im Jahr 1993 gegen Ange-Félix Patassé, unterstützte ihn aber anschließend bei der Regierung. Als sich Patassé 2003 im Ausland befand, brachte Bozizé den Flughafen in seine Gewalt, ließ den Präsidenten nicht wieder einreisen und übernahm sein Amt. 2005 gewann er schließlich die Präsidentschaftswahlen "auf legalem Wege" im 2. Wahlgang und ist seitdem rechtmäßiger Amtsinhaber. Im Demokratieindex liegt die Zentralafrikanische Republik unter 167 untersuchten Staaten vor Nordkorea auf dem vorletzten Rang und gehört damit zur Kategorie autoritärer Regime. Die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur. Die größtenteils friedliche Bevölkerung wird immer wieder durch Aufständische und Rebellen zur Flucht aus ihren Dörfern gezwungen, aufgrund dessen haben inzwischen etwa 75.000 Menschen das Land verlassen.

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Zentralafrika liegt in den wechselfeuchten bis immerfeuchten Tropen. Es gibt daher eine feuchte und eine trockene Jahreszeit. Da das Straßennetz besonders zur und nach der Regenzeit schlecht passierbar ist, ist der Ubangi-Fluss mit seinen Nebenläufen der wichtigste Transportweg des Landes. Er bildet gleichzeitig die Südgrenze zur Demokratischen Republik Kongo und ist der größte Zufluss des zweitlängsten und wasserreichsten Stroms Afrikas, dem Kongo. Auch die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui liegt direkt am Ubangi.

Grundnahrungsmittel sind Reis, Hirse und Maniok. Exportiert werden Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee und Palmfrüchte. Angebaut werden außerdem auch Tabak, Bananen und Ölpalmen. Wichtigster Bodenschatz sind Diamanten, die zum größten Teil als so genannte Blutdiamanten geschmuggelt werden. Der dichte Tropische Regenwald im Süden ist eine der letzten Zufluchtsstätten für Flachlandgorillas und Waldelefanten. Die Amtssprachen des Landes sind neben diversen Stammessprachen Sango (seit 1991) und Französisch (seit der Unabhängigkeit).

Die Zentralafrikanische Fußballnationalmannschaft wird auch "Low-Ubangui Fawns" (Rehkitze) genannt, konnte aber bis heute kaum Erfolge verzeichnen. Es gibt zwar einige Profispieler, der Verband verzichtet aber aufgrund von Spielermangel und infrastrukturellen Problemen regelmäßig auf die Teilnahme an Qualifikationsspielen zum Africa-Cup oder zu Fußball-Weltmeisterschaften. Entsprechend belegt das Team in der FIFA-Weltrangliste nur Platz 200 von 207 Ländern.

(C) HDPTDie Zentralafrikanische Republik gehört aufgrund der geografischen Lage zu den Schlüsselländern der road to south africa. Ein Umfahren ist schlecht möglich, zudem ist es recht ungewiss, wie die Infrastruktur nach der Regenzeit aussieht. Brücken könnten weggeschwemmt und Straßen unbefahrbar sein. Daher wird dies für uns eines der größeren Abenteuer. Das Visa war das erste, welches wir beantragt haben. Die Botschaft hat ihren Sitz in Bonn, das Gebäude war eher unerwartet schlicht, keine Villa mit Fahne und Prunkfassade, sondern ein unauffälliges Bungalowhäuschen in einer Wohnsiedlung, innen mit einigen afrikanischen Skulpturen eingerichtet. Die Botschafterin war überaus freundlich und stellte uns die insgesamt 9 Visa aus. Sie war sehr interessiert an unserer Reise und bot uns an, in ihrem Land für die Tour zu werben und ein Treffen mit einem Minister in der Hauptstadt Bangui zu organisieren. Gleichzeitig will sie sich um Begleitpersonen für den Weg in Richtung Grenze des Südsudan kümmern, was unserem Team natürlich sehr weiterhelfen könnte, da es die Fahrt durchs Land und die Einreise in das Nachbarland erleichtert.

Links:

Offizielle Website des Landes (französisch)

Übersicht über alle humanitären Entwicklungshilfe-Teams in Zentralafrika (englisch)

Videos:

Musikvideo des Künstlers Malepopo:

Bericht über die Situation im Land (englisch):