Marokko

Marokko
(C) Damien Ayers
Das Königreich Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Auf unserer Tour nach Südafrika wird Marokko somit das erste afrikanische Land sein, welches wir betreten. Geografisch und klimatisch wird das Land durch den Gebirgszug "Hoher Atlas" geteilt. Während im Nordwesten eher mediterranes Klima herrscht, findet man auf der anderen Seite des Gebirges saharisch-kontinentales Klima und Wüstensteppe.

Die landesweite Amtssprache der zu 99,8% muslimischen Bevölkerung ist Arabisch, es werden aber auch Berbersprachen und Französisch (als Handels- und Bildungssprache) gesprochen. Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt König Mohammed VI. seinen Amtssitz in der Hauptstadt Rabat hat.

In Marokko sind mehrere UNESCO-Weltkulturerben zu finden, unter anderem die Medina (Altstadt) von Fès und die von Marrakesch. Die größte Stadt des Landes und gleichzeitig das Wirtschaftszentrum ist Casablanca.

Die Stützen der marokkanischen Volkswirtschaft sind die Landwirtschaft und der Bergbau, aber auch die Fischindustrie wird immer wichtiger. Aufgrund reichhaltiger Phosphatvorkommen im Land ist sowohl die Gewinnung dieses Rohstoffes als auch die Weiterverarbeitung (zu Düngemitteln und Chemikalien) ein bedeutungsvoller Wirtschaftszweig.

Marokko
(C) Wonker
Marokko
(C) korniliakoukoutsi
Marokko
(C) korniliakoukoutsi

Nach der Unabhängigkeit Marokkos von Frankreich und Spanien 1956 blieben einige Städte auf dem marokkanischen Festplan spanische Enklaven, heute davon noch Ceuta und Melilla übrig geblieben. Für die beiden Orte gilt ein gesondertes Zollabkommen, da sie als autonome Stadt nicht zum Zollgebiet der EG gehören. Ceuta ist ein begehrtes Zwischenziel für illegale Einwanderer nach Europa. Von marokkanischer Seite wird ein Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung werden aber nicht unternommen.

Marokko
(C) Sam Greenhalgh
Auch im Süden des Landes gibt es Territorialstreitigkeiten. 1976 entließ Spanien seine Provinz Westsahara in die Unabhängigkeit, woraufhin Mauretanien und Marokko sich das Land kurzerhand untereinander aufteilten. Es folgten Kampfhandlungen zwischen der marokkanischen Armee und Einheiten der Volksbefreiungsbewegung der Westsahara. 1979 räumte Mauretanien seinen eingenommenen Anteil an der Westsahara, daraufhin okkupierte Marokko das gesamte Territorium. Aufgrund dessen ist das internationale Ansehen von Marokko seitdem sehr umstritten.

Marokko ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Arabischen Liga und der Welthandelsorganisation (WTO). Als die Westsahara in die Afrikanische Union (AU) aufgenommen wurde, trat Marokko als einziger afrikanischer Staat und Gründungsmitglied der AU aus.

Flagge Marokko
(C) Wikipedia
Auf dem afrikanischen Kontinent gehört Marokko zu den fußballerisch erfolgreicheren Teams. Bei bereits 4 WM-Teilnahmen scheiterten die "Löwen vom Atlas" jedoch 3x in der Vorrunde, 1986 war im Achtelfinale gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland Endstation (0-1). Der größte Erfolg des Teams ist der Gewinn des Afrika-Cups 1976 in Äthiopien. 2004 standen die Marokkaner nochmals bei diesem Wettbewerb im Finale, verloren aber gegen Gastgeber Tunesien.

Für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 konnte sich Marokko überraschend nicht qualifizieren. Bereits in der 1. Runde schied das Team sieglos und als Tabellenletzter frühzeitig aus. Durch das schlechte Abschneiden wurde nach 6 Teilnahmen in Folge die Qualifikation zum Afrika-Cup 2010 ebenfalls verpasst.

Die in Deutschland bekanntesten marokkanischen Fußballer sind die Geschwister Oualid (FSV Frankfurt) und Youssef Mokhtari (Greuther Fürth) sowie Adil Chihi (1.FC Köln), der allerdings in Deutschland geboren und aufgewachsen ist.

Links:

Offizielle Website (französisch)

Marokkanischer Tourismusverband

Marokkanische Botschaft in Deutschland

Marokkanischer Fußballverband (französisch)

Einen Eindruck über den Alltag in Marokko vermittelt folgender Film: