Ein Großteil des Landes liegt auf einer savannenartigen Hochebene, schwankende Klimabedingungen verändern die Landschaftsstruktur aber von Jahr zu Jahr. Auf große Trockenheiten folgen Überschwemmungen, insgesamt gibt es sinkende Niederschlagswerte und steigende Temperaturen zu beobachten, was zu Dürreperioden und wachsender Desertifizierung führt. Menschliche Eingriffe in die Natur durch Buschfeuer zur Erschließung von Ackerland, Abholzung und Übernutzung der Böden tun ihr Übriges. Da gut 90% der Burkinesen von Obst-, Gemüse- oder Getreideanbau für den Eigenbedarf leben, führen diese klimatischen Entwicklungen immer wieder dazu, dass es zu vereinzelten Hungersnöten kommt. Auch der Anbau wichtiger Exportgüter wie Erdnüsse und Baumwolle ist dadurch gefährdet.
Frankreich nahm bei der Besiedelung Afrikas Ende des 20. Jahrhunderts das Gebiet von Burkina Faso unter seine Herrschaft. Mit militärischer Gewalt wurde die Hauptstadt Ouagadougou eingenommen. Aufgrund der Volta-Quellflussgebiete nannte die Kolonialmacht das Gebiet "Obervolta" und gliederte es in die Kolonie Französisch-Westafrika ein. Da die angestrebte wirtschaftliche Entwicklung misslang, wurde das Gebiet 1932 unter Französisch-Sudan (heutiges Mali), Niger und Elfenbeinküste aufgeteilt, Obervolta diente aufgrund seiner relativ hohen Bevölkerungszahl als "Reservoir" für Arbeitskräfte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Obervolta auf Drängen der Urvölker aber wieder zusammengeführt. 1960 wurde das Land unabhängig, es herrschten anschließend mehrere Präsidenten mit selbst eingerichteten Einparteiendiktaturen. Korruption und wirtschaftliche Fehlentwicklung führten aber immer wieder zu teilweise blutigen Regierungsstürzen.
Erst 1982 änderte sich die Situation. Der linksgerichtete Thomas Sankara war Drahtzieher eines Putsches gegen den damaligen Amtsinhaber und wurde unter Jean-Baptiste Ouédraogo Premierminister. Er intensivierte Kontakte zum Lybischen antiwestlichen Regime, wodurch sich Ouédraogos in seiner Macht gefährdet fühlte und Sankara festnehmen lies. Sankara wurde allerdings von einer Fallschirmspringereinheit befreit und per Staatsstreich an die Macht gehoben. Dies hatte eine noch heute als Revolution titulierte Veränderung zur Folge. Sankara errichtete eine linksgerichtete Militärdiktatur, betrieb eine energische Sozial- und Entwicklungspolitik, förderte den ländlichen Raum und forcierte die Gleichstellung der Frauen. Er wollte die Gesellschaft verändern und die Abhängigkeit vom Ausland beenden. Es gab zahlreiche Entwicklungskampagnen, z.B. ein Impfungsprogramm für Kinder, das von WHO und UNICEF unterstützt wurde. Zudem wurden wichtige Transportwege erschlossen. Sankara ermöglichte die landwirtschaftliche Selbstversorgung durch Verstaatlichung von Boden und trieb die Alphabetisierung voran. Ehemalige Politiker mussten sich wegen Vergehen wie Korruption und Unterschlagung verantworten und wurden inhaftiert. Um mit der kolonialen Vergangenheit zu brechen, benannte Sankara den Staat 1984 in Burkina Faso ("Land der ehrenwerten Menschen") um, schuf eine neue Flagge in den panafrikanischen Farben und führte eine neue, von ihm selbst verfasste Nationalhymne ein. Sankara wurde 1987 erschossen, als es innerhalb seiner Partei zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich weiterer Reformen kam. Der heutige Amtsinhaber Blaise Compaoré wurde sein Nachfolger. Bei Unruhen im Grenzgebiet zur Elfenbeinküste war er in jüngster Vergangenheit ein wichtiger Vermittler und führte durch seine Diplomatie zur Beendigung des Bürgerkrieges bei.Burkina Faso zählt zur Gruppe der "hoch verschuldeten Entwicklungsländer", obwohl 2005 im Rahmen der Entschuldungsinitiative von Weltbank und IWF die Streichung seiner Auslandsschulden vereinbart wurden. Im Human Development Index lag Burkina Faso im Jahre 2006 auf Platz 174 bei 177 untersuchten Ländern. Besonders außerhalb der Städte müssen ca. 61% der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen. Bedeutend ist allerdings das Kunsthandwerk, das knapp 1 Million Personen beschäftigt. Neben Arbeiten aus Leder und Holz, Korbflechterei und Töpferei sind Bronzegussskulpturen charakteristisch für Burkina Fasos Kunsthandwerk.
International konnte Burkina Faso noch keinen Fußballtitel gewinnen. Der größte Erfolg war der 4. Platz beim Afrika-Cup 1998 im eigenen Land. Erst im Halbfinale musste man sich dem späteren Sieger Ägypten geschlagen geben. Es war das einzige Turnier, bei dem die Mannschaft über die Vorrunde hinaus kam, bei allen weiteren 6 Teilnahmen, war dort jeweils Endstation, so auch 2010, als das Team von Paulo Duarte in der Vorrunde nur zu einem - wenn auch überraschenden - torlosen Unentschieden gegen die Elfenbeinküste kam. Als Tabellendritter und durch den Rückzug Togos gleichzeitig -letzter schied man nach einer 0-1 Niederlage gegen Ghana ohne eigenen Torerfolg aus. Auch für eine WM-Qualifikation hat es für "Les Étalons" ("die Hengste") noch nicht gereicht.Dass die Funktionäre des Verbands höhere Ziele haben, macht der Trainerverschleiß deutlich. Nachdem auch die Deutschen Otto Pfister und Heinz-Peter Überjahn schon mal Trainer der Nationalmannschaft waren, hatte eben diese in den letzten 15 Jahren ganze 15 unterschiedliche Übungsleiter, einige nur wenige Monate. Nach Frankreich ist Deutschland das zweitbeliebteste Land für burkinerische Nationalspieler. In der Bundesliga spielen 2 der bekanntesten Nationalspieler: Jonathan Pitroipa (HSV) und Aristide Bancé (Mainz). Letzterer wartet nach einer Meinungsverschiedenheit mit Nationaltrainer Duarte auf die Ablösung des Chefs, damit er wieder für sein Land antritt. In der 2. Bundesliga spielen Moussa Ouattara (Kaiserslautern) und Patrick Zoundi (Düsseldorf). Torwart Mahamoudou Kéré vom RSC Charleroi ist Rekordnationalspieler, Top-Torschütze ist Moumouni Beli Dagano, der in Katar sein Geld verdient.
Im Norden von Burkina Faso, genauer gesagt in Ouahigouya werden wir auf der road to south africa ein Spiel zwischen 2 einheimischen Mannschaften besuchen. Sie treten um den "Franke Tour Pokal" an.
Links:
Offizielle Website des Präsidenten (französisch)
Offizielle Website des Fußballverbands (französisch)
Videos:
Reportage über das Leben und die Musik (englisch):
Reportage über den Anbau von Baumwolle:






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