Mali, das in der Landessprache Bambara "Nilpferd" bedeutet, war bereits im Mittelalter besiedelt. Ursprünglich befand sich auf dem heutigen Territorium das Reich Ghana (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Staate Ghana), welches im 11. Jahrhundert zerstört wurde und wo im 14. Jahrhundert das größte westafrikanische Reich, das Reich Mali, entstand. Durch die marokkanische Invasion im 17. Jahrhundert und die spätere französische Kolonialisierung verlor Mali allerdings an Bedeutung. Während der Kolonialzeit war das Land Teil von Französisch-Westafrika.
Trotz seiner Armut gilt Mali heute als gelungenes Beispiel einer Demokratisierung in Afrika. Nach der Unabhängigkeit 1960 wurde für afrikanische Verhältnisse früh die Industrialisierung gefördert, inzwischen gibt es gute Beziehungen zu den Staaten der EU. Auch politisch ist das Land verhältnismäßig stabil, seit 1992 wird das Land demokratisch regiert. Dennoch gibt es immer wieder Probleme mit den Nomadenvölkern der Tuareg, die vor allem im Nordosten des Landes leben und die für die Anerkennung ihrer Lebensweise im Land kämpfen. Die Auslandsbeziehungen sind vor allem durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich geprägt, aber auch andere Länder haben ihre Beziehungen zu Mali in den letzten Jahren intensiviert. Mali scheint auf dem richtigen Weg zu einer friedlichen Zukunft zu sein.
Die mit Abstand größte Stadt in Mali ist die Haupt- und einzige Millionenstadt Bamako, die in der Landessprache "Krokodilrücken" bedeutet und mit der Leipzig eine partnerstädtische Verbindung hält. Obwohl eher klein, ist auch Djenné sehr bekannt. Die Stadt stellt das Zentrum der mittelalterlichen Lehmarchitektur im Obernigergebiet dar. Die berühmte Große Moschee wurde 1998 gemeinsam mit der Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Zutritt zur Moschee ist nur Muslimen gestattet. Der Islam ist mit 90 % die am meisten verbreitete Religion der Bevölkerung in Mali. Durch das Land fließt der Niger, drittlängster Strom in Afrika. Dieser dient als Wasserquelle für die Landwirtschaft, zur Fischerei und als Transportweg. Versandung verringert jedoch zunehmend die Schiffbarkeit.
Fußball ist in Mali sehr populär, nachdem Mali 2002 Gastgeber des Afrika-Cups war. Ein Großteil der malischen Nationalspieler verdient sein Geld in den Topligen in Spanien und Frankreich, die Stars sind wohl Mahamadou Diarra (Real Madrid), Seydou Keita (FC Barcelona) und Mohamed Sissoko (Juventus Turin). Beim Zweitligisten FSV Frankfurt spielen die beiden Nationalspieler Malis Soumaila Coulibaly und Bakary Diakité. Trotz einer mit recht vielen Stars gespickten Mannschaft ist es Mali noch nicht gelungen, sich für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Dabei war es diesmal knapp wie nie zuvor. Im letzten Spiel der Qualifikation hätte man mit 3 Toren Vorsprung gegen Ghana gewinnen müssen um sich noch in letzter Minute von Gruppenplatz 3 auf 1 zu schieben, die Partie endete allerdings 2-2 und die Ghanaer qualifizierten sich für Südafrika.
Auch die Afrikameisterschaft hat Mali noch nicht gewinnen können. 1972 wurde das Team Zweiter, dreimal reichte es für Platz 4 (1994, 2002 und 2004). Beim Afrika-Cup 2010 scheiterte Mali äußerst knapp in der Vorrunde: Nachdem Gastgeber und Gruppensieger Angola im spektakulären Eröffnungsspiel trotz eines 0-4 Rückstands nach 78 Minuten noch ein 4-4 abgenommen wurde, schied man nach der 0-1 Niederlage gegen Algerien und dem 3-1 gegen Schlusslicht Malawi aus. Zwar war Algerien punktgleich und die Tordifferenz sprach für Mali, aber aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mussten Les Aigles ("Die Adler") die Heimreise antreten. Der malische Verband feuerte daraufhin Nationaltrainer Stephan Keshi sowie das gesamte Betreuer- und Ärzteteam und auch der zweitbeste malische Torschütze der Geschichte Frédéric Kanouté vom FC Sevilla kündigte an, aufgrund des frühen Scheiterns nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen.Mali wird das vierte afrikanische Land auf der road to south africa sein, wie werden unter anderem Bamako und Djenné besuchen. Für einen Abstecher nach Timbuktu reicht die Zeit leider nicht.
Links:
Offizielle Regierungswebsite (französisch)
Fußballverband von Mali (französisch)
Videos:
Musikvideo "Madan" des bekanntesten malischen Musikers Salif Keita:
Dokumentation über die Arbeit der Fischer auf dem Niger (englisch):





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