Neben der Landwirtschaft im Süden sind die Fischerei an der Küste und der Erzbergbau im Binnenland die wichtigen Wirtschaftszweige des Landes. Die Küstengewässer zählen zu den fischreichsten Abschnitten weltweit, dieser Status ist aber durch Überfischung stark gefährdet. Im Norden zwischen der Hauptstadt Nouakchott und der Industriehafenstadt Nouadhibou findet man den Nationalpark Banc d’Arguin, der mit seinen verschiedene Landschaftsformen, wie Sanddünen, Küstensümpfe, Inseln, flache Küstengewässer einem reichhaltigen Fischvorkommen einen wichtigen Brutplatz von Zugvögeln darstellt und daher seit 1989 UNESCO-Weltnaturerbe ist.
Um den abgebauten Eisenerz vom Inland ans Meer für den Weitertransport zu überführen, wurde eine Eisenbahnlinie von einem Bergwerk bei F'dérik im Norden des Landes quer durch die Sahara zur Hafenstadt Nouadhibou gebaut. Diese gilt als wichtigste Verkehrsverbindung Mauretaniens und der hier verkehrende Zug war lange Zeit der längste und schwerste der Welt. Über 200 Waggons werden von bis zu vier Lokomotiven gezogen, so können bis zu 21.000 Tonnen Eisenerz transportiert werden. Versandung ist allerdings auch hier ein großer Feind, so dass etwa alle hundert Kilometer ein Entsandungstrupp stationiert sein muss, um den Verkehr aufrecht zu halten.
Aufgrund der Infrastruktur zählt Mauretanien zu den ärmsten und am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Ein großes Problem des Landes zeigt ein Blick auf Nouakchott. Aufgrund der Dürre in den ländlichen Gebieten kommt es zu einer Landflucht, auf die die Städte allerdings häufig nicht vorbereitet sind. War Nouakchott vor gut 2 Jahrzehnten noch eine Kleinstadt, hat man die Millionengrenze inzwischen längst überschritten. Es mangelt vielen Einwohnern an Unterkünften oder Trankwasserzugängen. Die meisten der Neuankömmlinge landen in so genannten Kebbas (Vorstadtviertel).
Der Islam ist in Mauretanien Staatsreligion. Das islamische Recht Schari'a sieht vor, Glaubensabfall mit dem Tode zu bestrafen. Die Amtssprache ist arabisch, es wird aber auch Französisch gesprochen. Trotz der allgemeinen Schulpflicht für 6- bis 11-Jährige gibt es noch eine relativ hohe Anzahl von Analphabeten.
Mauretanien wurde erstmals bereits 10.000 Jahre v. Chr. erwähnt. Zur Zeit der Kolonialisierung begannen die Franzosen, das Land vom Süden her zu unterwerfen. Sie sahen den Abschnitt als Bindeglied zwischen west- und nordafrikanischen Besitzungen. 1904 wurde das Gebiet französisches Territorium im Rahmen Französisch-Westafrikas, 1920 französische Kolonie, doch gelang es den Franzosen erst 1934 letzte Aufstände im Norden zu unterdrücken. 1960 wurde auch Mauretanien unabhängig, es folgten Einparteiensysteme und Militärputsche, die zu wenig Stabilität im Lande führten. Lange Zeit war das Land ebenfalls in Streitigkeiten mit den angrenzenden Ländern um den Besitz von Spanisch-Sahara (Westsahara) involviert. Als Spanien 1976 das Territorium freigab, besetzten Marokko und Mauretanien große Teile davon. Erst im August 1979 gab Mauretanien nach mehreren blutigen Auseinandersetzungen mit Unabhängigkeitsgruppen alle Ansprüche auf das Westsahara-Territorium, das seitdem von Marokko allein verwaltet wird, auf.
Präsident des Landes ist seit 2009 der General Mohamed Ould Abdel Aziz. Er hat sich zur Bekämpfung der Armut und der Trinkwasserknappheit zum Ziel gesetzt. Ursprünglich an die Macht gelang Aziz durch einen Militärputsch gegen den ehemaligen Präsidenten 2008. Ein Jahr später gewann er die Präsidentschaftswahl mit 52,6 Prozent der Stimmen, die vier aussichtsreichsten Konkurrenten warfen Aziz Wahlbetrug vor.
Fußballerisch gehört Mauretanien zu den so genannten "Kleinen", die es ja allerdings nicht mehr gibt. Die meisten Spieler sind bei französischen Viertligisten beschäftigt, Länderspiele gibt es nur selten. Die Nationalmannschaft hat sich bisher weder für eine Afrika-Cup-Endrunde noch für eine WM qualifizieren können. 2010 verlor das Team alle 6 Qualifikationsspiele (3-19 Tore) auf dem Weg zum Afrika-Cup in Angola. In der FIFA-Rankliste findet man Mauretanien auf Platz 161, knapp hinter den Fußballgroßmächten Kirgisistan, Vanuatu und Liechtenstein, aber direkt vor den Niederländischen Antillen, der Mongolei und Nicaragua.
Links:
Offizielle Website der Regierung (französisch)
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